Räuberessen mit Nebenwirkungen – Oder: Nichts ist unmöglich.

KK. Am 19.November war auch ich mit dabei auf dem Bärenkeller in Schönbrunn beim Räuberessen. Es war ein sehr schöner feuchtfröhlicher Abend, einer ganz anderen Art, der bestimmt jedem gefallen hat. Gegen 1.30 Uhr verabschiedeten wir uns im Bus, denn wir konnten in Debring als erste aussteigen und gingen gut gelaunt nach Hause. Ich ging gleich zu Bett, aber an ruhig einschlafen war nicht zu denken.War es die Suppe, die üppige Brotzeitplatte, das Hähnchen, die Fleischbällchen, der Haxen, oder der Fisch? Möglicherweise waren es aber auch die drei,  vier… Biere, inklusive diverser Haselnussschnäpse, die ich unter dem Vorwand „auf die Gesundheit“ zu mir genommen hatte. Es könnte aber auch die – mir bis dahin unbekannte Art des Tabakkonsums – in Form von schwarzem und weißem Schnupftabak, der mir gleichzeitig mittels einer „Schnupfmaschine“ bis in die letzten Gehirnwindungen geschleudert wurde, was mein Einschlafzentrum wohl beeinträchtigte. Es ging mir einiges durch den Kopf: „Morgen esse ich bestimmt nichts“, „was sagt wohl die Waage?“, „ich glaube jetzt hilft nur noch joggen“ etc. Ich wälzte mich hin und her: „Und am kommenden Freitag ist die Sitzung  vom Arbeitskreis Festjahr“. Dabei muss ich doch wohl eingeschlafen sein….

 Am 1. Januar zur Eröffnung unseres Festjahres kam nicht nur die Politprominenz – sprich der komplette Bischberger Gemeinderat. Nein, auch der Erzbischof höchstpersönlich ließ es sich nicht nehmen, den Gottesdienst zu halten und zusammen mit Hochwürden Bergmann den geistlichen Segen für das Festjahr zu geben.

 Zum Kinderfasching, der wie üblich in der Gastwirtschaft Steuer abgehalten wird, kamen zig Kinder. Selbst das bayerische Fernsehen hatte sich angemeldet, um neben Fastnacht aus Franken auch einen Beitrag zu senden, wie es in einem mittlerweile historischen Wirtshaus zugeht, wenn bei Wurstschnappen und Discomusik die Jüngsten Fasching feiern.

 Die Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen musste erstmals im großen Saal abgehalten werden, aufgrund zahlreicher interessierter Bürger, Kandidaten und Kandidatinnen, die sich zur Wahl stellten. Sie alle hatten sich zuvor einem Auswahlverfahren unterzogen, bei dem Eignung, Qualifikation, d.h. genügend Zeit, gutmütige Frau, dickes Fell, organisatorisches Talent (eben wie unser jetziger Vorstand) geprüft wurde.

 Zum Ehrungsabend im Unteren Schloss kam die führende Abordnung des NBMB um uns Musikern und einzelnen Könnern und Machern zu huldigen. Was den Nachteil hatte, dass die schön dekorierten Brötchen am Buffet ratzfatz weggegessen wurden. Und auch die Getränke gingen  schnell zur Neige, woraufhin unser Bürgermeister spontan zu sich
nach Hause einlud …

 Aber das Aufregendste war das Jubiläumskonzert.

Der Kartenvorverkauf lief so gut, dass es zu tumultartigen Szenen um die begehrten Restplätze kam und wir daraufhin zwangsläufig ein zweites Konzert nachschieben mussten.

Denn es kamen „Alle“!

Trosdorfer, auch die, die man schon lange nicht mehr gesehen hatte – und viele, die den weiten Weg nach Bischberg in die Turnhalle nicht scheuten, wo unser Konzert „Best off 50 Jahre Maintaler“stattfand.

Die gesamte Bevölkerung aus allen Ortsteilen und auch alle ehemaligen Musiker drängten und schoben sich in die zum Konzertsaal ausgeschmückte Halle, um uns spielen zu hören.

 Bei der Anfrage aus Priesendorf, sie hätten ein Bundesbezirksmusikfest ,ob wir nicht doch beim Wertungsspiel mitmachen wollen, erreichten wir auf Anhieb einen 1. Rang mit „ Auszeichnung“ in der Oberstufe.

 Auch zum Festzug am Sonntag, bei dem wir in erstklassiger Formation und Rhythmik mitmarschierten kamen alle Musiker in kompletter Tracht: mit,Mäschla, Haube, Hut geputzten Schuhen und blitzblanken Instrumenten.

Vor lauter marschieren zappelte ich im Bett hin und her und hörte plötzlich einen schrillen Ton, der nicht zum Marsch passte. Wer war das? Wer bläst so falsch?

Es war der Wecker.

Ich hatte wohl geträumt. Oder doch nicht? Schön wär´s ja schon gewesen… Ich freue mich auf unser Jubiläumsjahr und möchte mich schon jetzt bei allen bedanken, die wieder in gewohnter Weise mithelfen, dass unsere Veranstaltungen -vielleicht nicht ganz soooo- aber doch harmonisch und erfolgreich mit eurer Hilfe über die Bühne gehen.

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