(K)eine Prozession ohne Blasmusik – die Maintaler und die Kirche

CC. In Paragraf 2 unserer Vereinssatzung ist festgelegt, dass zu den Aufgaben des Vereins auch die „Mitgestaltung des öffentlichen Lebens in der Gemeinde durch die Mitwirkung an Veranstaltungen kultureller Art“ gehört. Dazu zählen in Trosdorf besonders kirchliche Veranstaltungen – was ist eine Prozession schon ohne (Blas-)Musik? Wäre schon irgendwie seltsam, oder? Im Jahresverlauf sind wir in der Regel bei drei Prozessionen im Einsatz: Ende April geht die Markusprozession nach Bischberg, zur Pfarrkirche St. Markus. Oft ist das für uns der Auftakt in die neue Spielsaison, meistens spielt auch das Wetter mit. Manchmal ist es sogar schon warm genug für kurze Hemden…Danach folgt im Mai oder Juni die Pfingstprozession. Der Feldgottesdienst findet dabei immer jahresweise abwechselnd in Trosdorf auf dem Platz von Montauban und in Weipelsdorf auf dem Platz vor der ehem. Gastwirtschaft Bräutigam statt. Das heißt, wir müssen nur jedes zweite Jahr ins Nachbardorf wallen. Letztes im „Jahrhundertsommer“ war das auch ganz gut – selbst im Schatten stehend war es früh um halb neun schon kaum mehr auszuhalten in unserer Tracht. Im Anschluss an den Flurumgang findet noch eine Prozession im Ort selbst statt. Ende Juni folgt dann die Herz-Jesu-Prozession im Ort, in deren Anschluss wir seit 2010 unser Sonntagskonzert am Bürgerhaus veranstalten. An Fronleichnam, zwei Wochen nach Pfingsten, spielen wir alle zwei Jahre im Wechsel mit dem BMV Bischberg beim Bischberger Pfarrfest zur Unterhaltung.
Die nächsten Termine mit kirchlichem Bezug ballen sich dann im Herbst und Winter. Zur Kirchweih am zweiten Sonntag im Oktober sind wir gleich dreimal im Einsatz. Der Anlass mag ursprünglich ein kirchlicher sein, allerdings sind wir da eher in weltlichen Belangen unterwegs: Marschmusik zum Baumaufstellen am Samstag, Standkonzert nach der Kirchweihandacht am Sonntag und Hahnenschlag am Montag.
Im November folgen gleich wieder drei Termine: An Allerheiligen begleiten wir den Friedhofsgang, genauso am Volkstrauertag. Zuvor spielen wir da schon in der Kirche (und ersetzen ausnahmsweise mal die Orgel, hehe), da wir an diesem Tag den Gottesdienst für Lebende und Verstorbene der Maintaler Blaskapelle Trosdorf und der Montalbanaise abhalten lassen. Heuer war’s mal wieder saukalt. In unserer Tracht jedenfalls. Zwischen den beiden Friedhofsgängen findet meistens der Martinszug der Kindergartenkinder statt. Und irgendwie auch aller anderen Trosdorfer Kinder – da muss es irgendwo ein Nest geben. Das könnte im schon gar nicht mehr so neuen Neubaugebiet sein.
Alle Jahre wieder folgt dann der „offizielle“ Abschluss unserer Saison, wenn wir an Heiligabend in zwei Gruppen durch den Ort laufen und an verschiedenen Stationen Weihnachtslieder spielen. Besonders im unteren Dorf dürfte die Beteiligung der Einwohner durchaus etwas reger sein…
Alles in allem kommen wir unserem satzungsgemäßen Daseinszweck zumindest bei kirchlichen Veranstaltungen sicherlich nach. Zum Heiligenschein reicht’s aber wohl trotzdem nicht. Wer daran arbeiten will, kann ja noch im Sommer an der Domwallfahrt teilnehmen und sich den Vierether Musikern anschließen, wenn die Wallfahrt durch Trosdorf kommt…als Belohnung winkt dann immerhin ein kühles Schlenkerla.

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